Tierpsychologie für PferdeTierpsychologie für Pferde?

Wofür soll das gut sein und vor allem was soll das bringen? Diese Frage werden sich wohl viele stellen! 🙂
In der Ausbildung zur Tierpsychologin für Pferde habe ich mir Wissen über Wesens- und Verhaltensmerkmale, Verhaltensentwicklung, die Wahrnehmung und Kommunikation und auch über das Spiel- und Ernährungsverhalten angeeignet. Zusätzlich habe ich viele Bücher gelesen, um über bestimmte Themen mehr zu erfahren. Darunter zählten die Pferdesprache, Bodenarbeit, Horsemanship, Horse-Agility, Clickertraining, Headshaking uvm. Da psychische Belastungen krankhafte Auswirkungen auf den Organismus haben können und umgekehrt, habe ich mich auch im Bereich der Krankheiten weiter gebildet indem ich mich für die Ausbildung zur Tierheilpraktikerin entschieden habe. Über Krankheiten bei Pferden sowie der Haltung gibt es inzwischen zahlreiche Bücher in meinen Regalen.

Die meisten Besitzer suchen nach einer Pferdepsychologin wenn ihr Pferd ein nicht normales Verhalten zeigt. Darunter zählen z.B.

  • Aggression gegenüber Artgenossen oder Menschen
  • Autoaggression (Automutilation)
  • Bocken
  • Headshaking
  • Koppen
  • Scharren (exessiv)
  • Scheuen
  • sich-nicht-legen
  • Weben
  • Zungenstrecken
  • Boxenlaufen (Zaunlaufen)
  • Holzfressen (exessiv)
  • Barrenwetzen und Gitterbeissen
  • Kleben (Trennungsangst)
  • Schlagen gegen die Boxenwand

Was aber genau ist ein „nicht normales Verhalten“ und ab wann spricht man im Bereich Tierpsychologie für Pferde von einer echten Verhaltensstörung? Spätestens dann, wenn das Pferd ein Verhalten zeigt welches nicht zu seinen natürlichen Verhaltensweisen gehört oder deutlich davon abweicht. Koppen, Weben, am Zaun oder der Box auf und ablaufen werden zum Beispiel in gleicher Art und Weise wieder und wieder durchgeführt. Wichtig ist, zwischen Ursache (Grund) und Auslöser (der Umstand, der dafür sorgt, dass das Verhalten in dem Moment gezeigt wird) zu unterscheiden. Ein Pferd, welches scheut oder durchgeht, zeigt erst mal ein normales Verhalten, da es sich um eine natürliche Reaktion als Fluchttier handelt.

Die Grundsteine werden bereits beim Fohlen und wie dieses aufwächst gelegt. Hatte es andere Fohlen um sich, wann und wie wurde es von der Stute getrennt? Für Fohlen und Jungtiere ist es wichtig, dass sie in einer Gruppe mit Gleichaltrigen aufwachsen, um sich auszuprobieren. Bei einer Zusammenführung in eine neue Herde, egal in welchem Alter, müssen immer viele Punkte berücksichtigt werden. Auch sollten immer die bisherige Haltung bedacht werden (Box, Offenstall) und mit welchen Geschlechtern stand das Pferd bisher (reine Wallachherde, Stutenherde, gemischte Herde). Durch genaue Beobachtung kann man relativ schnell erkennen ob das Pferd sich im richtigen Verband befindet. Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass es nicht immer einfach ist die perfekte Konstellation zu finden. Als Peach zu mir kam, wählte ich einen Stall mit einer gemischten Herde aus, jedoch waren die fünf bestehenden Pferde drei/zwei gestellt. Sie kam zunächst zu den drei Pferden wo sich die Leitstute befand und ich hatte bereits sehr schnell das Gefühl, dass diese Konstellation nicht richtig war. Bereits nach zwei Tagen ging sie zu der sechsjährigen Irischen Stute und dem Araber Wallach von ebenfalls sechs Jahren. Das klappte sehr gut und der Wallach wurde ihr Freund mit dem sie rennen konnte. Leider war der Wallach zu hengstig und es klappte während der Rosse gar nicht. Inzwischen lebt der Wallach in einer reinen Männergruppe und ist glücklich und zufrieden. Ihm ging es nicht schlecht, aber die Haltung in der Wallachherde war für ihn einfach besser. Peach und die anderen vier stehen seitdem zusammen und bilden im Großen und Ganzen eine sehr harmonische Herde, wo man schon Angst hat ein weiteres Pferd dazu zu stellen. Nun stehe ich vor der Aufgabe, dass Peach niemanden mehr zum rennen hat und mit ihren drei Jahren noch viel ausprobieren möchte. Sie umzustellen kommt nicht in Frage, da unsere gemeinsamen Fortschritte in Gefahr wären. Ich hoffe, dass unsere Herde sehr bald durch eine weitere junge Stute oder einem rennfreudigen Wallach ergänzt wird.

Neben der Herde ist auch die Haltung und der Rang wichtig. Ein Pferd welches den Offenstall gewöhnt ist, könnte in der Box eine Verhaltensstörung entwickeln, besonders, wenn diese Zeit überwiegt. Anders herum könnte ein sehr im Rang niederes Pferd gerade in der nächtlichen Box zur Ruhe kommen, weil es im Offenstall ständigen Stress hatte. Es gibt also in den verschiedenen Haltungssystemen kein „richtig“ oder „falsch“, sondern muss individuell auf das Pferd abgestimmt sein.

Einen weiteren wichtigen Teil macht die Ernährung aus. Dem Pferd sollte grundsätzlich ausreichend Raufutter zur Verfügung stehen. Bei Peach achte ich darauf, dass sie nachts in ihrer Box ein volles Heunetz hat, tagsüber hängen im Winter mehrere Heunetze auf dem Paddock und im Sommer gibt es Wiese. Die Kraftfuttergabe sollte individuell auf das Pferd abgestimmt sein und seinem Gebrauchszweck. Ein nicht arbeitendes Pferd/ Pony benötigt wenig bis gar kein Kraftfutter, während ein Pferd im Training mehr benötigt. Ich füttere es nur minimal mit Mineralien mit einer Banane oder Möhre. Welche Ergänzungen das Pferd benötigt hängt immer vom Gesamtzustand ab und ich teste diesen Bedarf bei unseren Pferden mit dem EAVet. Gerne können Sie sich auch zwecks Ernährungsoptimierung melden.

Auch die Ausrüstung und der Gebrauchszweck spielen eine wichtige Rolle. Das Pferd darf vor keiner Ausrüstung Angst haben und muss in Ruhe dort heran geführt werden. Ein Pferd welches im Springsport eingesetzt wird, sollte auch Spaß daran haben usw.

Auf künftigen Unterseiten (im Moment im Aufbau), wo ich verschiedene Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltensstörungen im einzelnen anspreche, werden Sie erkennen, dass oft Über- und Unterforderung den Stress auslösen können und eine Verhaltensauffälligkeit begünstigen. Ebenfalls wenn unbewusst drauf reagiert und somit bestätigt wird. Es ist wichtig, dass Sie mir so viel wie möglich über Ihr Pferd erzählen, denn nur so kann ich durch zusätzliche Beobachtung die Ursache und den Auslöser finden und Ihnen gezielt helfen.

Eine gute Mensch-Pferd-Beziehung ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen und Respekt. Pferde besitzen ein vielseitiges Ausdrucksverhalten und optische Signale haben einen großen Stellenwert. Es ist daher wichtig, dass der Mensch dieses Ausdrucksverhalten versteht und lernt sein eigenes so zu steuern, dass das Pferd ihn versteht. Es sollte immer versucht werden die Welt aus Sicht des Pferdes zu sehen um seine Verhaltensweisen zu verstehen.

Um Ihr Tier ganzheitlich zu unterstützen, habe ich bei Verhaltensauffälligkeiten auch die Möglichkeit zur Bioresonanztherapie oder das EAVet ergänzend und unterstützend einzusetzen. Dieses ist auch bei plötzlichen Veränderungen möglich, zum Beispiel wenn ein Pferd seinen Langjährigen Partner verliert oder eine Stute ihr Fohlen. Ebenfalls setze ich die Bachblütentherapie, Farbtherapie und Magnetfeldtherapie ein.

Wenn Sie Fragen haben zum Thema Tierpsychologie für Pferde kontaktieren Sie mich gerne per eMail oder Kontaktformular.